Berlin U-Bahnhof Alexanderplatz

U-Bahnhof Alex. U2. Ich starre stumpf auf die Plakate an den Wänden. In Fleischfarben gehaltene Reklame für irgendein Musical. Langeweile.
Vor gar noch nicht allzulanger Zeit stand auf Plakaten ein ganzer Text mit Sätzen wie: „Ich habe sechs Menschen erschossen. Ich habe die neue U-Bahn eröffnet …“
Kunst. Irritierend.
Oder der Mexikaner. Er stand, kaum einssechzig groß, in Umhang und mit Riesensombrero, an der Theke der Croissantkiste. Reglos. Über das Gesicht eine Spidermanmaske gezogen. In der Zeit bin ich öfter dort vorbeigekommen. Und immer stand der Mexikaner da. Ich hab ihn beobachtet. Unauffällig versucht, näher zu kommen. Scheiße unheimlich, wenn der echt ist, dachte ich. Und ziemlich cool, wenn nicht. Beim dritten oder vierten Mal hab ich gemerkt, daß er eine Puppe war. Kunst. Irritierend. Gut.
Oder die Aktion für die U8. Eine Zeit lang erklang immer, wenn ein Zug einfuhr, triumphale Filmmusik à la „Star Wars“ … Surreal. Und richtig lustig.
Wenn ich die Kunst im Bahnhof Mist fand, hab ich mich geärgert. Wenn sie gut war, mich darüber gefreut und nachgedacht. Egal wie. Es war immer, als ob eine Tür im Kopf aufginge.
Jetzt stehe ich im Bahnhof Alexanderplatz und starre stumpf auf die üblichen Plakate. Langweilig!

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~ von novembertod - 17. Februar 2009.

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